Home > Blog > Was ist ein Barcamp?

Was ist ein Barcamp?

Ein Beitrag vom 28.04.2015: Reva Pasold

Barcamp

Am Samstag nahm ich das 1. Mal an einem Barcamp teil. Selbst neugierig, was das für eine Methode sei.

Nun weiß ich es: Barcamp ist ein zuerst von IT-Leuten genutztes, sehr offenes Diskussionsformat. „bar“ ist ursprünglich ein Platzhalter in Programmen und „camp“ bedeudet, dass jede/r kommen kann und versorgt wird. Und so funktioniert es auch: Anzahl und Zeiten der Diskussionsrunden stehen fest, nicht aber die konkreten Fragestellungen. Die werden von denen bestimmt, die kommen. Jede/r hat das Recht, eines oder mehrere Anliegen vorzuschlagen – muss es aber auch nicht. Gemeinsam wird am Anfang aus allen Fragen zum Thema ein Sessionplan erstellt.

Zu diesem Barcamp hatte Psycho-Path, die Zeitschrift der Studierenden, eingeladen. Thema: das Image der Psychologie. Was ist sie, was kann sie, braucht sie jemand?

Dazu fanden 11 Sessions in 5 Diskussionsrunden statt. Fragen, die mich interessierten, waren z.B.:

  • Welche Klischees haben wir selber im Kopf? à Warum ist Psychologie so beliebt als Studienfach?
  • Wie erklärst Du Fremden, was Psychologie ist? (vor allem denen, die Angst haben, Du könntest in ihren Kopf gucken…)
  • Kommunikation von psychologischen Erkenntnissen für die gesamte Bevölkerung – das geht besser!
  • Sind Psychologen die besseren Coachs? Was braucht es, ein guter Coach zu werden?

Der Austausch in immer wieder anderen Runden mit anderen Leuten zu neuen Aspekten eines Themas war sehr anregend! Und ergiebig. Z.B. habe ich endlich verstanden, warum so wenige StudentInnen sich für Arbeitspsychologie interessieren:

  • Sie haben zu wenig Gelegenheit gehabt, selbst in Unternehmen zu arbeiten, stehen ihnen daher fern und kennen deren brisante psychologische Themen nicht.
  • Sie glauben auch nicht wirklich, Arbeit in Unternehmen gestalten zu können, befürchten eher, von Arbeitgebern instrumentalisiert zu werden, noch mehr aus den MA „heraus zu holen“.

Dass ich das ganz anders erlebe und gerade die Arbeitspsychologie für wesentlich einflussreicher halte als die Therapie von erkrankten Menschen, weckte wiederum das Interesse mehrer Studenten.

Einig waren wir uns bei der Frage, wie sich Psychologie erklären und entmystifizieren lässt. Es ist ganz einfach: Psychologie erforscht das Denken, Fühlen und Handeln von Menschen. Und dieses psychologische Wissen ist überall dort nützlich, wo es um das Denken, Fühlen und Handeln von Menschen geht: bei der nutzerfreundlichen Gestaltung von Technik, bei der Gestaltung von Arbeit, beim Lernen in Schule und Beruf, in Partnerschaft und Familie, in der Werbung und im Sport genauso wie in der Therapie und Rehabilitation. – Nur in die Köpfe anderer gucken, das können wir leider nicht…

In der Session zur besseren Kommunikation psychologischer Erkenntnisse, kamen wir auf vielfältige Ideen,

  • v.a. dass Psychologie bereits Schulfach sein müsste. Denn was sollte für Menschen wichtiger sein als zu lernen, wie Menschen funktionieren?
  • dass Interessenten auf der website des bdp seriöse Infos zu psychologischen Themen erhalten
  • dass psychologische Zusammenhänge gut verständlich dargestellt werden, z.B. mit Comics im Internet (Bsp. Psycomics) oder es im Hygienemuseum eine moderne interaktive Ausstellung dazu gibt
  • dass es Treffpunkte gibt, wo UnternehmerInnen gemeinsam mit anderen und psychologischem Knowhow aktuelle Firmenprobleme lösen – und auf diese Weise „nebenbei“ viel über die Möglichkeiten der Psychologie lernen.

Letzteres ist etwas, das ich selbst realisieren kann. Interessierte an solchem Austausch zu realen arbeitspsychologischen Fragestellungen aus der Praxiskönnen können sich gern bei mir melden.

Ich denke da lässt sich was machen….

« zurück

Kommentare

Bitte geben Sie Name und E-Mail-Adresse an.
Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    Noch kein Kommentar zu diesem Beitrag vorhanden.

Reva Pasold